Testautomatisierung:
Die Entscheidung für oder gegen die Testautomatisierung muss bei der Testplanung festgelegt werden. Es sollte genau abgewägt werden, wann eine Testautomatisierung sinnvoll ist. Die Vorteile und Nachteile von manuellen Test und automatisierten Test sind in der nachfolgenden Tabelle gegenübergestellt.
Bei weniger als fünf Regressionstests ist die Automatisierung meist die aufwändigere Variante, wegen der nicht unerheblichen Vorarbeiten. Die Testautomatisierung kann verschieden erfolgen. Es können Batchläufe sein. Oder kleine Programme zum Vergleich von Ausgabedateien. Es kann ein Oberflächen Testtool verwendet werden, mit dem per Record-Playback Testfälle aufgenommen werden, die –soweit es keine Änderungen der Eingabemasken gab- beliebig oft wiederholt werden können. Da Änderungen an den Eingabemasken im Entwicklungszeitraum eher die Regel sind, ist es besser ein Testsystem zu Programmieren (Framework), das möglichst einfach an Änderungen angepasst werden kann.
Vorteile manuelle Tests:
- Aufzeigen von Problemen bei der Benutzerfreundlichkeit
- Prüfung der Ausfallsicherheit bzgl. sehr unwahrscheinlicher Benutzeraktionen
- frühzeitige Erkennung von Akzeptanzproblemen
Nachteile manuelle Tests:
- Personalintensiv
Vorteile automatisierte Tests:
- Erhöhung der Testqualität durch einen besseren Abdeckungsgrad des Tests
- Verkürzung der Zeit des Testdurchlaufs
- automatische Dokumentation von Testläufen
- effizientes Testen bei Massen- und Stresstests
- entscheidende Reduzierung des Testaufwands bei Folge Versionen durch Wiederholbarkeit
- Nutzung der Maschinenlaufzeiten als Testzeit (anstelle der Arbeitszeit der Mitarbeiter)
- Durch strikte Modularisierung in Testobjekte können bereits vorhandene Testdaten in späteren Testphasen wieder- bzw. weiterverwendet werden.
Nachteile automatisierte Tests:
- Aufwändig in der Vorbereitung
- Zur Erstellung des Testprogramms sind Programmierkenntnisse notwendig
- Ggf. Erwerb eines Test-Tools notwendig
Testausführung:
Bei der Testausführung werden alle oder Teile der zuvor ermittelten Testfälle in Abhängigkeit der Testablaufplanung unter Nutzug der erstellten Testdaten ausgeführt.
Für die Testausführung ist eine Ausführungsanweisung notwendig, die es einer mit dem Thema nicht vertrauten Person ermöglichen Tests Auszuführen. Ausführungsanweisungen sind Checklisten, Dokumente, oder dokumentierte Testprogramme, die alle notwendigen Durchführungsschritte enthalten.
Die Testfälle können manuell oder automatisiert ausgeführt werden. Die Ergebnisse sind zu dokumentieren.
Testdokumentation:
Eine Testausführung ohne Dokumentation ist von geringem Wert und erschwert die Fehleranalyse. In der Regel sollte das Ergebnis jedes Testschrittes dokumentiert werden. Dies ist bei der automatisierten Testausführung unproblematisch, soweit es programmiert wurde. Bei der manuellen Testausführung scheitert die durchgängige Testdokumentation oft an der Disziplin des Testers oder dem Zeitdruck, dem er unterliegt. Die Testdokumentation ist die qualifizierte Grundlage des Test(abschluss)berichts.
Testbegleitung:
Die Testbegleitung ist die beratende Hilfestellung und Unterstützung von Testlaien z.B. Mitarbeitern der Fachabteilung oder auch die Betreuung und das Management der Tester in einem Testlabor.
Abschlussbericht:
Der Abschlussbericht enthält eine qualifizierte Aussage über die Qualität des Produkts.
Grundlage des Abschlussberichts sind die Testdokumentationen der ausgeführten Tests und die noch offenen Fehler.