Testkonzepte:

Testkonzepte sollen die geplanten Tests grob aber umfassend beschreiben. Sie sollen sich immer nur auf eine testbare Einheit beziehen (z.B. Import Programm, Anwender Oberfläche, Datenbank, etc.) Folgende Informationen sollten im Konzept mindestens enthalten sein.

  • Konzeptbezeichnung - Eindeutige Konzeptbezeichnung
  • Testaufgabe - Welches Ziel verfolgt das Konzept?
  • Abhängigkeit - Welche Tests aus anderen Konzept müssen erfolgreich durchgeführt worden sein, bevor Tests des aktuellen Konzepts sinnvoll getestet werden können
  • Qualitätsmerkmale -Welche Qualitätsmerkmale werden mit dem Konzept geprüft?
  • Erforderliche Tester - Welche Tester sind für die Testdurchführung notwendig?
  • Testvorbereitung - Welche Vorbereitungen müssen getroffen werden?
  • Testdurchführung - Wie wird der Test durchgeführt?
  • Testfallermittlung - Wie müssen die Testfälle ermittelt werden, um Testaufgabe und Qualitätsmerkmal zu erfüllen?

Testablauf:

Damit die geplanten Tests im Rahmen des Gesamtprojektplans bleiben, muss ein Ablaufplan für die Tests erstellt werden. Die Einhaltung der geplanten Abläufe ist allerdings stark abhängig von der ausgelieferten Qualität des Produkts. Bei mangelhafter Qualität wird der Testablaufplan, wie auch der Gesamtprojektplan nie einzuhalten sein.


Dokumentenprüfung:

Die Dokumentenprüfung ist ein Test der Planung. Dadurch sollen frühzeitig fehlende Informationen, Fehler, Widersprüche und Ungereimtheiten in den Anforderungen und Konzepten aufgedeckt und Missverständnisse ausgeräumt werden. Besonders effektiv ist die Dokumentenprüfung im Rahmen einer frühzeitigen und strukturierten Testfallermittlung, da hier auch Aspekte betrachtet werden, die beim reinen lesen nicht offensichtlich sind.


Testfallermittlung:

Die Testfallermittlung ist Vorraussetzung für jeden Test. Um Testfälle ermitteln zu können benötigt man eine Beschreibung der Anforderungen und Funktionalitäten des Produkts um diese überhaupt überprüfen zu können. Testfälle sollen bestätigen oder widerlegen, dass das Produkt sich der Beschreibung entsprechend verhält. Dies erreicht man über die Ermittlung von positiv Testfällen (Das Produkt wird ordnungsgemäß und ohne Falscheingaben bedient) und negativ Testfällen (Fehler werden durch Falscheingabe oder Fehlbedienung provoziert). Insbesondere für die Ermittlung der negativ Testfälle ist die Sichtweise des DAU (dümmster anzunehmender User) einzunehmen, auch wenn dies einem technisch oder fachliche versierten Testfallermittler schwer fallen wird. Grundsätzlich sollte so wenig wie möglich als selbstverständlich oder selbsterklärend angesehen werden. Es sei denn man kann von einem guten Kenntnisstand der späteren Anwender ausgehen.

Testfälle können strukturiert und unstrukturiert ermittelt werden. Das unstrukturierte Testen ist die übliche Vorgehensweise mit der ein durchschnittlicher Mensch ein Produkt jeglicher Art testen würde. Dabei nutzt er seine Erfahrung und spielt eine für den Menschenverstand fassbare, aber in der Abdeckung der Möglichkeiten oft unvollständige Anzahl von Kombinationen durch. Er probiert i. d. R. aus, dass etwas bei sachgerechter Benutzung funktioniert wie erwartet und in selteneren Fällen, ob etwas bei Fehlbedienung nicht funktioniert.
Bei der strukturierten Testfallermittlung werden Methoden angewandt, mit denen theoretisch die komplette Kombination an Testfällen ermittelt werden kann.


Testdatenerstellung:

Die Testdatenerstellung folgt der Testfallermittlung. In den seltensten Fällen besteht ein Testfall nur aus einer oder mehreren Aktionen. Meistens müssen vor oder durch die Aktion (z.B. Dateneingabe) Werte eingegeben werden. Diese werden, wenn keine Zufallswerte verwendet werden sollen, im Rahmen der Testfallermittlung erstellt. Für jeden ermittelten Testfall ist mindestens ein Testdatensatz zu erstellen. Häufig müssen für einen Testfall mehrere Testdatensätze verschiedener Ausprägung erstellt werden.
Es ist zwingend notwendig, dass jeder Testdatensatz eindeutig und jederzeit einem Testfall zugeordnet werden kann. So können die Testdaten bei Änderungen der Testfälle (z.B. durch eine Konzept-Änderung oder Konzept-Erweiterung des Produkts) leicht geändert werden.