Die Qualitätssicherung (QS) umfasst „alle geplanten und systematischen Tätigkeiten, die innerhalb des Qualitätsmanagementsystems verwirklicht sind, um angemessenes Vertrauen zu schaffen, dass eine Einheit die Qualitätsforderungen erfüllen wird“ (DIN EN ISO 8402). Einfacher ausgedrückt, soll sich jemand darum kümmern, dass ein Produkt auch erfüllt was man von ihm erwartet.
Mit dem Einsetzen einer Qualitätssicherung sind dann oft hohe Erwartungen verknüpft, die je nach Projektbedingungen nur eingeschränkt zu erfüllen sind. Denn …:
- es gibt keine vordefinierte, auf alles anwendbare Qualitätssicherung, die man in der Hoffnung einsetzen kann, dass damit alle Probleme gelöst sein werden.
- Qualitätssicherung braucht Unterstützung, kostet Zeit, Geld und aus Sicht der Projektleitung Nerven. Denn Sie ist nicht nur dazu da um zu testen und zu prüfen, sondern auch um Probleme aufzudecken und diese anzumahnen.
- Qualitätssicherung kann nicht alleine von den Mitarbeitern der Qualitätssicherung geleistet werden. Die Qualitätssicherung ist auf die Mithilfe und das Spezialwissen der Fach- und Entwicklungsseite angewiesen.
- Qualität muss erst definiert (messbar beschrieben) werden, bevor sie gesichert werden kann
- Qualitätssicherung braucht qualifiziertes und erfahrenes Personal
- es ist unmöglich und unwirtschaftlich alle Qualitätsabweichungen (Fehler) eines Produkts zu finden. Primäres Ziel der Qualitätssicherung ist es, Fehler aufzufinden bzw. zu vermeiden, welche die Nutzung des Produkts einschränken oder unmöglich machen.
- wirtschaftliche Gesichtspunkte und knappe Zeitvorgaben schränken die Möglichkeiten der Qualitätssicherung stark ein
Daraus könnte die Schlussfolgerung gezogen werden, dass Qualitätssicherung aufwendig ist, nicht viel nutzt und zudem noch viel kostet. Dies ist der Fall, wenn sie planlos und nicht zielgerichtet durchgeführt wird. Besonders kosten- u. zeitsparend –bezogen auf das Gesamtprojekt- ist die Qualitätssicherung, wenn sie frühzeitig mit quantitativ und qualitativ angemessenem Personal einsetzten kann. Fehler können so frühzeitig gefunden werden. Das Verhältnis der Fehlerbehebungskosten zum Entdeckungszeitpunkt mit fortschreitendem Projektverlauf steigt nicht linear, sondern exponentiell an. Ausreichende Vorbereitungszeit dient ebenfalls der Kosten- und Zeitersparnis, weil dadurch die Qualitätssicherungsmaßnahmen zielgerichtet geplant und dokumentiert werden können. Idealerweise beginnt die Qualitätssicherung noch vor (konstruktive QS) oder mit Projektbeginn (konstruktive und analytische QS).
Um einen sinnvollen Kosten-Nutzen-Effekt zu erzielen muss deshalb für jedes Software-Entwicklungs-Projekt ein speziell auf die Eigenheiten des Produkts zugeschnittener Qualitätssicherungsplan (QS-Plan) erstellt werden.